Monthly Archive for February, 2006

DRM C.R.A.P

ZDNet Executive Editor David Berlind suggests that CRAP or Content, Restriction, Annulment, and Protection, is a catchier phrase than DRM – Digital Rights Management. Why does he think this technology is crap? Once you’ve bought music or other content to play on one device, it won’t play on any other device because of the proprietary layer of CRAP.

Video:
RealMedia
WMV

Links extern:
A load of C.R.A.P. – At The Whiteboard – ZDNet

Warum HDTV ein Flopp wird

P2501 schreibt: “Zusammen mit dino habe ich die wohl wichtigsten Probleme mit HDTV, so wie es aktuell geplant ist, zusammengestellt. Da die Liste etwas lang für einen Artikel ist, hier nur der Link darauf.”

Links extern:
symlink.ch | Warum HDTV ein Flopp wird
Warum HDTV ein Flopp wird

Das Märchen vom geistigen Eigentum

Wovor haben die USA Angst?

Terroranschläge, Abtreibungen und homosexuelle Ehen.

Neu hinzugekommen ist nun, dass die USA und andere IP-Regime einen Angriff der Entwicklungsländer auf “geistiges Eigentum” befürchten.
In dieser Hinsicht können die USA ganz beruhigt sein, denn was es nicht gibt, kann auch nicht angreifen werden.

Links extern:
heise online – USA warnt vor Attacke auf geistiges Eigentum

Apple Lemminge

Thomas Hawk hat einen äußertest treffende Artikel zum Thema iTunes geschrieben. Wie er möchte auch ich mich nicht auf alle Ewigkeiten an Apple und dessen Produkte binden (an die Klitsche von Microsoft URGE oder Napster und ähnliche Konsorten genauso wenig). Zwar kann man Apples DRM umgehen (Brennen -> Rippen), aber der Sinn, von online gekaufter Musik, ist doch der, dass man CDs Rippen nicht mehr Rippen muss.
So lange es keinen legalen Weg gibt Musik in einem freien Format, in hoher Qualität und ohne DRM zu kaufen, werde ich weiterhin auf anderen Wegen an meine Musik kommen. Als Linux Benutzer geht dass auch gar nicht anders.

Zurzeit feiert die Presse den glücklichen Käufer des einen milliardsten Songs. Über seine dauerhafte “Beziehung” zu Apple hat er sich und die meisten anderen iTunes Kunden wohl noch keine Gedanken gemacht.

PS: Die Tatsache, dass der Unterbau von MacOS X unter einer Open-Source Lizenz stand, war auch nur Marketing und Apple scheint sich nun komplett von Open-Source und Partizipation zu verabschieden.

Einem Artikel auf Daemon News zu folge, war es für externe Entwickler, schon von Anfang an, nahezu unmöglich produktiv an Darwin zu mitzuarbeiten. Bis heute sind noch keine Sourcen für den Kernel oder Treiber von Darwin x86 erschienen.

Even worse, one has to wonder why people would want to donate their time to such a fruitless and pointless cause

Links extern:
Thomas Hawk’s Digital Connection: iTunes, One Billion Suckers Served
Daemon News ‘200602’ : ‘”A Brief History of Apple’s Open Source Efforts “‘

Berichterstattung

Wenn man als Journalist mit einem Computer seine Texte schreibt, und im Internet veröffentlicht, heißt das noch lange nicht, dass man auch über Computer und das Internet schreiben kann und sollte:

Auf der RSA-Konferenz, auf der sich Spezialisten aus aller Welt über Computersicherheit austauschen, hat George Kurtz, Senior Vice President beim Antiviren-Software-Hersteller McAffee, demonstriert, dass Hacker dank Google zum Auslaufmodell werden. Über Googles Such- und Cachefunktionen könne man nämlich auch als PC-Dummie ganz bequem an vertrauliche Daten und Netzwerk-Passwörter gelangen.

Besonders gewitzt ist, dass das System den Datenfluss über den Computer Port 443 auf die Rechner leitet, der weltweit für den Geldtransfer genutzt wird. «Solange ein Land nicht den kompletten Finanzfluss einstellen möchte, können sie nichts gegen unser System unternehmen», sagt Professor Ronald Deibert, Leiter des «Citizen Lab» – Projekts der Universität Toronto.

Links extern:
Netzwelt-Ticker: Linux schlägt Windows auf dem Mac – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten
NETZEITUNG INTERNET: Software überwindet digitale Mauern

Goolag

Links extern:
CULT OF THE DEAD COW || cDc launches global campaign against Google
20060214SFTprotest photo album – Photobucket.com
Goolag
Goolag large.jpg
goolag.eps

Better Humans?

Der Demos Verlag hat ein Buch mit dem Titel “Better Humans? The politics of human enhancement and life extension,” unter Open access Lizenz veröffentlicht:

Aus der Buchbeschreibung:

We all share a desire for self-improvement.Whether through education, work, parenthood or adhering to religious or ethical codes, each of us seeks to become a ‘better human’ in a variety of ways. And for some people, more consumerist pursuits hold the key to self-improvement: working out in the gym, wearing makeup, buying new clothes, or indulging in a spot of cosmetic surgery.

But now a new set of possibilities is opening up. Advances in biotechnology, neuroscience, computing and nanotechnology mean that we are in the early stages of a period of huge technological potential. Within the next 30 years, it may become commonplace to alter the genetic make-up of our children, to insert artificial implants into our bodies, or to radically extend life expectancy.

This collection of essays by leading scientists and commentators explores the implications of human enhancement technologies and asks how citizens and policy-makers should respond.

Download the full text as a PDF (524 KB)
01 – Stronger, longer, smarter, faster – Paul Miller and James Wilsdon
02 – Is it wrong to try to improve human nature? – Arthur Caplan
03 – Welcome to a world of exponential change – Nick Bostrom
04 – The mand who wants to live forever – Paul Miller and James Wilsdon
05 – The transhumanists as tribe – Greg Klerkx
06 – Brain gain – Steven Rose
07 – The cognition-enhanced classroom – Danielle Turner and Barbara Sahakian
08 – Better by design – Sarah Franklin
09 – More life – Jon Turney
10 – Nip/Tuck nation – Decca Aitkenhead
11 – The perfect crime – Rachel Hurst
12 – The unenhanced underclass – Gregor Wolbring
13 – Does smarter mean happier? – Raj Persaud

Links extern:
Demos – Catalogue – Better Humans?
CybDem: Demos’s open access book on human enhancement

Transhumanismus Links

Hier eine kleine Liste von Links zu den wichtigsten transhumanistischen Webseiten. Mein Favorit ist das Cyborg Democracy Blog.

Aus der Selbstbeschreibung:

A collaborative blog for technoprogressives – democratic transhumanists, nanosocialists, revolutionary singularitarians, non-anthropocentric personhood theorists, radical futurists, leftist extropians, bioutopians and biopunks, socialist-feminist cyborgs, transgenders, body modifiers, basic income advocates, world federalists, agents of the Culture and the Cassini Division, Viridians and technoGaians – transmitting a sexy, high-tech vision of a radically democratic future

Links extern:
World Transhumanist Association
Cyborg Democracy Blog
Transhumanism’s Extropy Institute – Transhumanism for a better future
De:Trans – Deutsche Gesellschaft für Transhumanismus e.V.
Nanotechnology – Foresight Institute
KurzweilAI.net
Changesurfer Consulting
Immortality Institute ~ For Infinite Lifespans
Accelerating Future – Nanotechnology, Intelligence Enhancement, Artificial Intelligence, Technological Singularity
Transhumanismus und die technologische Singularität
Transhumanismus / Transhumanism

Wie oft stirbt der Cyberspace denn noch?

Ende letztes Jahres gab es bereits eine Diskussion [1] über Web 2.0 und den Tod des Cyberspaces. Jetzt hat Wired über das gleiche leidige Thema wieder einen Artikel veröffentlicht und es gibt auch ein Blog mit dem sinnigen Name “The End of Cyberspace”.

“Der Irrtum wird nicht zur Wahrheit, weil er sich ausbreitet und Anklang findet.”

Mahatma Gandhi

Links extern:
Wired 14.02: START – “Cyberspace” Is Dead
Life’s Weirder Than Fiction » Blog Archive » “Cyberspace” is dead
The End of Cyberspace

Copyleft – Fight Copyright – Copyright Criminals

Benjamin Franzen und Kembrew McLeod haben eine Kurzdokumentation über die Remix Kultur von DJs gedreht und deren Schwierigkeiten mit dem Urheberrecht. Der Film beseht aus Interviews steht natürlich unter einer Creative Commons Lizenz.

Links extern:
copyrightcriminals.com
Internet Archive: Details: Copyright Criminals: This is a Sampling Sport (10 min Work in Progress)

Google Book Search und der Kampf gegen die ewig Gestrigen

Zu Google habe ich ein zwiespältiges Verhältnis.
Die Suchergebnisse sind immer noch die Besten (Es sei denn, es wird mal wieder zensiert), sonst halte ich mich von den Diensten der Datenkrake fern.
Mit Google Book Search kehrt Google wieder zu seinen Wurzel zurück, der Suche in und Strukturierung von gigantischen Datenmengen. In diesem Fall, das gesamt gedruckte Wissen der Menschheit.
Zumindest versucht es Google, denn wie bei kaum einem anderen Dienst weht Google ein eisiger Wind entgegen, der von der Verlagsindustrie kommt. Einer Industrie, die wie die Musik- und Filmindustrie den Sprung in das Internetzeitalter noch nicht geschafft hat.
Der unmittelbare, freie und vollständige Zugang auf einen Großteil des gedruckten, englischsprachigen Wissens der Menschheit (zumindest dort, wo man Internetzugang hat) wäre das größte Entwicklungshilfeprojekt (Wissenstransfer in Entwicklungsländer) der Menschheit und würde die Art wie die Menschheit mit Wissen arbeitet revolutionieren.
In meine Augen sind sämtliche Einwände der Verlagsindustrie, bezüglich Uhrheberrecht, im Angesicht der Möglichkeiten die sich bieten irrelevant und kleingeistig.
Am penetrantesten bei den Nörglern sind die Franzosen (bzw. Jean-Noël Jeanneney, Direktor der Französischen Nationalbibliothek) mir ihrem Nationalchauvinismus. Würde Google zuerst Bücher in französischer Sprache scannen, würde Jean-Noël Jeanneney Google den Arsch lecken. Auch er wird sich damit abfinden müssen, dass französisch nicht die Weltsprache Sprache ist, sondern Englisch.
In Deutschland bekommt Google ebenfalls Gegenwind und was für welchen.
Google hat in 2 Jahren über 300$ in das Einscannen von Büchern investiert. Nun kommen die Waldschrate vom Börsenverein des deutschen Buchhandels und denken mit einem einstelligen Millionenbetrag das Gleiche erreichen zu können. Das Know-how und die Fähigkeite in großen Datenmengen zu suchen und dies Funktionen einer großen Benutzergruppe zu Verfügung zu stellen fehlt es diesen Waldschrate gänzlich.

Links extern:
heise online – Google bietet europäischen Regierungen Kooperation an
heise online – Google scannt wieder Copyright-geschützte Bücher
heise online – Google wegen Digitalisierungsplänen unter Druck
heise online – Schriftstellervereinigung PEN greift Google an
heise online – Bibliotheken kritisierten Google-Projekt zu Bücher-Digitalisierung
heise online – US-Verlegerverband macht Front gegen Google Print
heise online – Google wegen “massiver Copyright-Verletzungen” verklagt
TP: Die neuen Bibliotheken von Alexandria
Keep science off web, says Royal Society
Französische Verleger machen Front gegen Googles E-Bibliothek – News-Forum

Flickr: 1984

Bei Flickr gibt es eine Gruppe, auf der Bilder von Überwachungskameras gesammelt werden.
Die Antwort auf die Frage, wer die Überwacher bewacht, ist das leider nicht.

Links extern:
Flickr: 1984

10 Jahre Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace

Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.

Wir besitzen keine gewählte Regierung, und wir werden wohl auch nie eine bekommen – und so wende ich mich mit keiner größeren Autorität an Euch als der, mit der die Freiheit selber spricht. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die Ihr über uns auszuüben anstrebt. Ihr habt hier kein moralisches Recht zu regieren noch besitzt Ihr Methoden, es zu erzwingen, die wir zu befürchten hätten.

Regierungen leiten Ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ab. Unsere habt Ihr nicht erbeten, geschweige denn erhalten. Wir haben Euch nicht eingeladen. Ihr kennt weder uns noch unsere Welt. Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht. Der Cyberspace ist ein natürliches Gebilde und wächst durch unsere kollektiven Handlungen.

Ihr habt Euch nicht an unseren großartigen und verbindenden Auseinandersetzungen beteiligt, und Ihr habt auch nicht den Reichtum unserer Marktplätze hervorgebracht. Ihr kennt weder unsere Kultur noch unsere Ethik oder die ungeschriebenen Regeln, die unsere Gesellschaft besser ordnen als dies irgendeine Eurer Bestimmungen vermöchte.

Ihr sprecht von Problemen, die wir haben, aber die nur Ihr lösen könnt. Das dient Eurer Invasion in unser Reich als Legitimation. Viele dieser Probleme existieren gar nicht. Ob es sich aber um echte oder um nur scheinbare Konflikte handelt – wir werden sie lokalisieren und mit unseren Mitteln angehen. Wir schreiben unseren eigenen Gesellschaftsvertrag. Unsere Regierungsweise wird sich in Übereinstimmung mit den Bedingungen unserer Welt entwickeln, nicht Eurer. Unsere Welt ist anders.

Der Cyberspace besteht aus Beziehungen, Transaktionen und dem Denken selbst, positioniert wie eine stehende Welle im Netz der Kommunikation. Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.

Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können ohne Bevorzugung oder Vorurteil bezüglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft.

Wir erschaffen eine Welt, in der jeder Einzelnen an jedem Ort seine oder ihre Überzeugungen ausdrücken darf, wie individuell sie auch sind, ohne Angst davor, im Schweigen der Konformität aufgehen zu müssen.

Eure Rechtsvorstellungen von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit und Kontext treffen auf uns nicht zu. Sie alle basieren auf der Gegenständlichkeit der materiellen Welt. Es gibt im Cyberspace keine Materie.

Unsere persönlichen Identitäten haben keine Körper, so daß wir im Gegensatz zu Euch nicht durch physische Gewalt reglementiert werden können. Wir glauben daran, daß unsere Regierungsweise sich aus der Ethik, dem aufgeklärten Selbstinteresse und dem Gemeinschaftswohl eigenständig entwickeln wird. Unsere Identitäten werden möglicherweise über die Zuständigkeitsbereiche vieler Eurer Rechtssprechungen verteilt sein. Das einzige Gesetz, das alle unsere entstehenden Kulturen grundsätzlch anerkennen werden, ist die Goldene Regel. Wir hoffen, auf dieser Basis in der Lage zu sein, für jeden einzelnen Fall eine angemessene Lösung zu finden. Auf keinen Fall werden wir Lösungen akzeptieren, die Ihr uns aufzudrängen versucht.

In den Vereinigten Staaten habt Ihr mit dem “Telecommunications Reform Act” gerade ein Gesetz geschaffen, das Eure eigene Verfassung herabwürdigt und die Träume von Jefferson, Washington, Mill, Madison, Tocqueville und Brandeis beleidigt. Diese Träume müssen nun in uns wiedergeboren werden.

Ihr erschreckt Euch vor Euren eigenen Kindern, weil sie Eingeborene einer Welt sind, in der Ihr stets Einwanderer bleiben werdet. Weil Ihr sie fürchtet, übertragt Ihr auf Eure Bürokratien die elterliche Verantwortung, die Ihr zu feige seid, selber auszüben. In unserer Welt sind alle Gefühle und Ausdrucksformen der Humanität Teile einer umfassenden und weltumspannenden Konversation der Bits. Wir können die Luft, die uns erstickt, von der nicht trennen, die unsere Flügel emporhebt.

In China, Deutschland, Frankreich, Rußland, Singapur, Italien und den USA versucht Ihr, den Virus der Freiheit abzuwehren, indem Ihr Wachposten an den Grenzen des Cyberspace postiert. Sie werden die Seuche für eine Weile eindämmen können, aber sie werden ohnmächtig sein in einer Welt, die schon bald von digitalen Medien umspannt sein wird.

Eure in steigendem Maße obsolet werdenden Informationsindustrien möchten sich selbst am Leben erhalten, indem sie – in Amerika und anderswo – Gesetze vorschlagen, die noch die Rede selbst weltweit als Besitz definieren. Diese Gesetze würden Ideen als nur ein weiteres industrielles Produkt erklären, nicht ehrenhafter als Rohmetall. In unserer Welt darf alles, was der menschliche Geist erschafft, kostenfrei unendlich reproduziert und distribuiert werden. Die globale Übermittlung von Gedanken ist nicht länger auf Eure Fabriken angewiesen.

Die zunehmenden feindlichen und kolonialen Maßnahmen versetzen uns in die Lage früherer Verteidiger von Freiheit und Selbstbestimmung, die die Autoritäten ferner und unwissender Mächte zurückweisen mußten. Wir müssen unser virtuelles Selbst Eurer Souveränität gegenüber als immun erklären, selbst wenn unsere Körper weiterhin Euren Regeln unterliegen. Wir werden uns über den gesamten Planeten ausbreiten, auf daß keiner unsere Gedanken mehr einsperren kann.

Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes erschaffen. Möge sie humaner und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen bislang errichteten.

John Perry Barlow (barlow@eff.org)
Davos, Schweiz
8. Februar 1996

Die Utopien von heute, sind die Realitäten von morgen

Henri Dunant

Links extern:
TP: Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace
10 Jahre Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace – News-Forum

Datensammler sind Verbrecher

Gemeinsame Erklärung zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Die systematische Aufzeichnung und Aufbewahrung von Informationen über die Kommunikation, Bewegungen und Mediennutzung der gesamten Bevölkerung („Vorratsdatenspeicherung“) ohne Einwilligung der Betroffenen ist inakzeptabel. Sie bewirkt keinen verbesserten Schutz vor Kriminalität, kostet Millionen von Euro, gefährdet die Privatsphäre und die Sicherheit Unschuldiger, beeinträchtigt vertrauliche Kommunikation und ebnet den Weg in eine immer weiter reichende Massenüberwachung der Bevölkerung.

Wir fordern, Vorratsspeicherungspflichten von den deutschen und europäischen Gerichten auf ihre Vereinbarkeit mit den Grundrechten hin überprüfen zu lassen.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags fordern wir auf, an ihrer Ablehnung einer verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung festzuhalten und stattdessen weniger eingreifende Alternativen zu prüfen (z.B. das „Quick-freeze“-Verfahren).

Für den Fall, dass der Deutsche Bundestag eine EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung trotz allem umsetzen sollte, fordern wir:

  • 1. Die maximale Umsetzungsfrist bis Mitte 2007 – für Internetdaten bis Anfang 2009 – ist auszuschöpfen.
  • 2. Bürger dürfen nicht verpflichtet werden, sich vor der Nutzung von Telefon, Handy oder Internet zu identifizieren. Bestehende Identifizierungspflichten sind aufzuheben.
  • 3. Eine Vorratsspeicherung wird nur für die in der Richtlinie genannten Datentypen und nur für die Dauer von sechs Monaten eingeführt; danach sind die Daten unverzüglich zu löschen. Zu speichern sind nur Daten, die bei dem jeweiligen Anbieter zur Bereitstellung von Kommunikationsdiensten ohnehin erzeugt oder verarbeitet werden.
  • 4. Der Staat hat die zur Datenspeicherung und -vorhaltung verpflichteten Anbieter für die daraus resultierenden Zusatzkosten (Investitionskosten, Vorhaltekosten, Personalkosten) voll zu entschädigen.
  • 5. Der staatliche Zugriff auf Informationen über die Kommunikation und die Kommunizierenden („Verkehrsdaten“, Bestandsdaten“) hat den gleichen Voraussetzungen zu unterliegen wie der Zugriff auf die Inhalte der Kommunikation.
  • 6. Der Zugriff auf Kommunikationsdaten ist nur zur Verhinderung oder Verfolgung schwerer Straftaten zuzulassen, wenn im Einzelfall der konkrete Verdacht einer solchen Tat besteht. Der Zugriff zwecks Strafverfolgung sollte beschränkt sein auf Fälle organisierter Kriminalität, in denen eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe zu erwarten ist.
  • 7. Eine Nutzung von Kommunikationsdaten zu anderen Zwecken, beispielsweise durch Nachrichtendienste, durch sonstige Behörden oder durch private Dritte, ist auszuschließen. Den speichernden Diensteanbietern selbst ist die Nutzung der Daten nur insoweit zu gestatten, wie es zur Entgeltermittlung und Entgeltabrechnung erforderlich ist.
  • 8. Der Zugriff auf und die Verwertung von Informationen über die Kommunikation von Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern, anderen Berufsgeheimnisträgern sowie Journalisten sind nur in besonderen Ausnahmefällen zuzulassen.
  • 9. Zur Datenspeicherung und -vorhaltung sind nur Anbieter öffentlich zugänglicher Kommunikationsdienste und Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze zu verpflichten. Kleine Anbieter, insbesondere im Internetbereich, sind auszunehmen.
  • 10. Die positiven und negativen Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung auf die Gesellschaft sind von einer unabhängigen Stelle zu untersuchen. Die Ergebnisse sind zu veröffentlichen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat dem Deutschen Bundestag alle zwei Jahre Bericht über die Erfahrungen mit der praktischen Anwendung der Vorratsdatenspeicherung zu erstatten. Die Berichte sind zu veröffentlichen.

Links extern:
CCC | Gemeinsame Erkärung “Datenspeicherung ist inakzeptabel”
Widerstand gegen geplante Vollprotokollierung der Telekommunikation – Gemeinsame Erklärung — FoeBuD e.V.

Niederländischer ePass gehackt

Niederländische Hacker von Riscure haben es geschafft den niederländischen ePass, aus einer Entfernung von 10 Metern, auszulesen. Die Schwachstelle im ePass, die ausgenutzt wird, wurde von Riscure auf What The Hack (siehe Video) vorgestellt.

Links extern:
Attacks on Digital Passports – What The Wiki?!
Attacks on Digital Passports – Video
Riscure – Smartcard security resource
TP: Niederlande: Biometrie-Pass erfolgreich gehackt

Neurohacking

George Dvorsky veröffentlichte auf CyborgDemocracy einen Artikel zum Thema Neurohacking (unter GitS Fans auch bekannt als Ghost Hacking).
Zwar ist Neurohacking, also das Eindringen in und Manipulation von neurologische Implantate, zurzeit noch reine Fiktion, dennoch sollten sich die Entwickler von Neuroimplantaten frühzeitig und umfangreich mit dem Thema Sicherheit befassen.

Links extern:
CybDem: Future terror: neurohacking

Holodeck für Fruchtfliegen

Neurowissenschaftler des Biozentrums in Würzburg haben einen Flugsimulator für Fruchtfliegen mit “Blinkenlights Technologie” entwickelt. Dieses “Holodeck” wird von den Wissenschaftlern benutzt, um die Gehirnfunktionen der Fruchtfliegen in einer simulierten Umgebung zu untersuchen.

Links extern:
TP: Fruchtfliegen im Flugsimulator

Google Bilder zensiert Mohammed-Karikaturen

Eine suche bei “Google Bilder” nach Mohammed-Karikaturen (bzw. nach “Muhammad caricatures”) ergibt nicht das Ergebnis, dass man nach den diesen Tagen erwarten würde. Von den 12 Karikaturen aus Jyllands-Posten ist nur eine in der Ergebnismenge. Von anderen Karrikaturen von Mohammed ist auch nichts zu sehen.